Die Männerriege

MRA-Bergtour vom 5./6.7.2003

Per Bahn fahren 15 Männerriegler von Adliswil via Zürich-Bern nach Goppenstein, von wo wir einen Extra-Bus ins Tal hinunter nach Leuk und wieder aufwärts nach Inden - unserem Ausgangspunkt der diesjährigen Wanderung - benützen. Auf der ganzen Fahrt wird das Wetter immer schö-ner; Sonnenschein begleitet uns während des ganzen Wochenendes.

Im Hotel Des Alpes in Inden gibt es einen von Hans Zollinger ge-sponserten Startkaffee. Dann aber gilt es ernst: Auf dem Alten Römerweg wandern wir über herrliche Blumenwiesen und durch Wälder immer leicht ansteigend zur Schweizer-Familie-Feuerstelle oberhalb von Leukerbad. Nach dem Mittagessen aus dem Rucksack trennen sich die Wege der Wan-derer. Eine Gruppe von acht Mann erklimmt die Gemmi zu Fuss (schweiss-treibend), während der Rest sich per Schwebebahn hinauf befördern lässt. Gegen 17 Uhr ist die ganze Gesellschaft wieder vereint und bewundert von der Hotelterrasse aus das herrliche Panorama auf die Walliser Viertausen-der. Im Berghotel Wildstrubel geniessen wir die aufmerksame Bedienung bei einem opulenten Nachtessen. Mit Plaudern, sogar einem Jass und dem obligaten Schlummerbecher vergeht die Zeit nur zu schnell bis zur Nachtruhe im Mehrbettzimmer.
Am Sonntagmorgen läutet mein Wecker unnötigerweise schon um 06.15 Uhr. Alle Männerriegler sind nämlich bereits wach und verrichten ihre ‚Geschäfte'. Auf sieben Uhr ist das Morgenessen vorgesehen, damit die ‚Elite'-Gruppe auf den Marsch zur Lämmeren-Hütte aufbrechen kann. Vor dem Abmarsch wird noch ein Gruppenfoto vor der wunderschönen Kulisse der Walliser Viertausender-Berge geknipst. Zuerst über Geröllhalden und Schneefelder und später durch den Lämmerenboden - der mich sehr an die Greina-Hochebene erinnert - marschieren acht Männerriegler dem ersten Ziel entgegen. Vor uns können wir die weisse Kuppe des Wildstrubel-Massivs mit seinem Gletscher und davor auch schon die Lämmerenhütte sehen. Zum Glück ist Heinz unser Leiter mit uns unterwegs. Er entdeckt als Erster Gemsen, Steinböcke und Murmeltiere und macht uns auf die Tiere aufmerksam. Nach einem steilen, mühsamen Aufstieg treffen wir gerade rechtzeitig zum Znüni in der Hütte ein. Bei wärmenden Sonnenstrahlen und einmalig schöner Sicht auf den Lämmerengletscher geniessen wir das mit-gebrachte Picknick, dazu durfte natürlich der Dôle nicht fehlen. Voller positiver Eindrücke und frohen Mutes steigen wir entlang von Lämmeren- und Daubensee auf die Route unserer Kameraden ab; in Schwarenbach warten sie schon auf uns.
Die Gemächlicheren machen sich erst gegen 9 Uhr auf den Weg ent-lang dem Schafberg das Tal hinaus Richtung Schwarenbach. Von dort aus bewältigen wir gemeinsam die Strecke zum Sunnbüel. Die über 900 Meter Höhendifferenz hinunter ins Kandertal überwinden wir per Schwebebahn und den Rest der Strecke nach Kandersteg fährt uns das Postauto.
Dem Organisator der rundum gelungenen Bergtour, Röbi Zanini, sei herzlich gedankt.

Ernst Rohner