Per Bahn fahren 15 Männerriegler von Adliswil via Zürich-Bern nach Goppenstein, von wo wir einen Extra-Bus ins Tal hinunter nach Leuk und wieder aufwärts nach Inden - unserem Ausgangspunkt der diesjährigen Wanderung - benützen. Auf der ganzen Fahrt wird das Wetter immer schö-ner; Sonnenschein begleitet uns während des ganzen Wochenendes.
Im Hotel Des Alpes in Inden gibt es einen von Hans Zollinger ge-sponserten
Startkaffee. Dann aber gilt es ernst: Auf dem Alten Römerweg wandern wir über
herrliche Blumenwiesen und durch Wälder immer leicht ansteigend zur
Schweizer-Familie-Feuerstelle oberhalb von Leukerbad. Nach dem Mittagessen aus
dem Rucksack trennen sich die Wege der Wan-derer. Eine Gruppe von acht Mann
erklimmt die Gemmi zu Fuss (schweiss-treibend), während der Rest sich per
Schwebebahn hinauf befördern lässt. Gegen 17 Uhr ist die ganze Gesellschaft
wieder vereint und bewundert von der Hotelterrasse aus das herrliche Panorama
auf die Walliser Viertausen-der. Im Berghotel Wildstrubel geniessen wir die
aufmerksame Bedienung bei einem opulenten Nachtessen. Mit Plaudern, sogar einem
Jass und dem obligaten Schlummerbecher vergeht die Zeit nur zu schnell bis zur
Nachtruhe im Mehrbettzimmer.
Am Sonntagmorgen läutet mein Wecker unnötigerweise schon um 06.15 Uhr. Alle
Männerriegler sind nämlich bereits wach und verrichten ihre ‚Geschäfte'. Auf
sieben Uhr ist das Morgenessen vorgesehen, damit die ‚Elite'-Gruppe auf den
Marsch zur Lämmeren-Hütte aufbrechen kann. Vor dem Abmarsch wird noch ein
Gruppenfoto vor der wunderschönen Kulisse der Walliser Viertausender-Berge
geknipst. Zuerst über Geröllhalden und Schneefelder und später durch den
Lämmerenboden - der mich sehr an die Greina-Hochebene erinnert - marschieren
acht Männerriegler dem ersten Ziel entgegen. Vor uns können wir die weisse Kuppe
des Wildstrubel-Massivs mit seinem Gletscher und davor auch schon die
Lämmerenhütte sehen. Zum Glück ist Heinz unser Leiter mit uns unterwegs. Er
entdeckt als Erster Gemsen, Steinböcke und Murmeltiere und macht uns auf die
Tiere aufmerksam. Nach einem steilen, mühsamen Aufstieg treffen wir gerade
rechtzeitig zum Znüni in der Hütte ein. Bei wärmenden Sonnenstrahlen und
einmalig schöner Sicht auf den Lämmerengletscher geniessen wir das mit-gebrachte
Picknick, dazu durfte natürlich der Dôle nicht fehlen. Voller positiver
Eindrücke und frohen Mutes steigen wir entlang von Lämmeren- und Daubensee auf
die Route unserer Kameraden ab; in Schwarenbach warten sie schon auf uns.
Die Gemächlicheren machen sich erst gegen 9 Uhr auf den Weg ent-lang dem
Schafberg das Tal hinaus Richtung Schwarenbach. Von dort aus bewältigen wir
gemeinsam die Strecke zum Sunnbüel. Die über 900 Meter Höhendifferenz hinunter
ins Kandertal überwinden wir per Schwebebahn und den Rest der Strecke nach
Kandersteg fährt uns das Postauto.
Dem Organisator der rundum gelungenen Bergtour, Röbi Zanini, sei herzlich
gedankt.
Ernst Rohner